29. November 2016
Zahnersatz: Auch das WANN ist wichtig

 

Obwohl immer mehr Menschen auch im fortgeschrittenen Alter noch natürliche Zähne haben, gibt es doch zahlreiche Patienten, die gänzlich zahnlos sind. Ein gut sitzender Zahnersatz stellt bei wenig Verankerungsmöglichkeiten die Zahnärzte und Zahntechniker aber vor größere Herausforderungen. In einem Interview wies Prof. Dr. Günter Dhom aus  Ludwigshafen, ehemaliger Präsident der DGI (Deutsche Gesellschaft für Implantologie), jetzt darauf hin, dass der Zeitpunkt der Behandlung und die persönliche Situation des Patienten eine gewichtige Rolle bei der Entscheidung für das Zahnersatz-Verfahren spielt. Technisch stünden verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl, wenn die Prothese festsitzend auf einem Implantat verankert werden soll. Ob der Zahnersatz nun durch Steg-, Teleskop-, Kugelkopf- oder sogenannte Locatoren-Technik oder andere Maßnahmen im Kiefer verankert wird, müsse mit Blick auf den Zeitpunkt im Leben des Patienten und seine Lebensphase 

entschieden werden. Die Voraussetzungen für einen auch aus Sicht des Patienten guten Behandlungserfolg hängen davon ab, wie alt der Patient ist, ob er fit und vital ist und sich noch gut selbst versorgen kann oder bereits jetzt oder absehbar auf fremde Hilfe angewiesen ist. Für einen chronisch erkrankten Patienten kann die Auswahl an Verfahren anders ausgehen als für einen Gesunden, der auch großen Wert auf das Aussehen legt. Zahnärzte beachten bei der Auswahl zudem die mögliche Restbezahnung im Gegenkiefer und stimmen die fachlichen Aspekte mit den persönlichen Wünschen der Patienten ab.

 


 

24. November 2016
Zähneputzen: Sind zwei Minuten genug?

 

Nicht zuletzt in der Werbung wird „2 x täglich Zähneputzen" propagiert – eine Pauschalierung, gegen die sich Präventivzahnmediziner Prof. Dr. Stefan Zimmer (Universität Witten-Herdecke) entschieden wehrt. Aus Anlass des diesjährigen Tages der Zahngesundheit wies er darauf hin, dass die richtige Anzahl und auch die richtige Putzdauer nur individuell festgelegt werden kann. Jemand, der insgesamt gesund ist und gut die Zahnbürste führen kann, erreicht in kürzerer Zeit eine plaquefreiere Zahnreihe als Menschen, die entweder die Zahnbürste kaum richtig halten können oder auch krank sind und belastende Medikamente nehmen müssen. Auch die oft angegebene durchschnittliche Putzdauer ist nicht in Stein gemeißelt: Sie habe früher drei Minuten betragen, so Zimmer, und sei nun auf zwei Minuten abgesenkt worden – seit elektrische Zahnbürsten aus den USA auf den deutschen Markt kommen mit auf zwei Minuten voreingestelltem Timer. Studien hätten gezeigt, dass selbst nach fünf Minuten sorgfältiger Putzdauer noch keineswegs bei jedem Patienten der größte Teil der Zahnbeläge entfernt waren – bei manchen Menschen auch nach zehn Minuten nicht, bei anderen war war zwei Minuten alles weitgehend gereinigt. Sein Tipp: Mit Plaqueanfärbetabletten aus der Apotheke kann jeder selbst testen, wie gut und wie schnell man seine eigenen Zähne rundum sauber bekommt.